Belgisches Staatsarchiv

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FÖD Inneres überbringt ab 2015 das so-genannte „Afrika-Archiv“ an das Staatsarchiv

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11/12/2014 - Akquisitionen - Generalstaatsarchiv 2 - Depot Joseph Cuvelier - Generalstaatsarchiv

Noch vor 2018 werden über 10 km laufendes Archivgut des „Afrika-Archivs“ aus der Zeit von 1885 bis 1962 an das Staatsarchiv überbracht. Es handelt sich um 5 km Archivgut des ehemaligen Ministeriums der Kolonien; 4,5 km Archivgut des Generalgouverneurs des Kongo und 1,4 km Personalakten der ehemaligen Kolonien. Am 11 Dezember 2014 wurde ein entsprechendes „Memorandum of Understanding“ zwischen dem Föderalen Öffentlichen Dienst Auswärtige Angelegenheiten, Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit und dem Staatsarchiv geschlossen.

Welche Archive werden überführt?

Das so-genannte „Afrika-Archiv“ (1885-1962) umfasst:

  • Das Archiv des ehemaligen Ministeriums der Kolonien (5 km)
  • Das Archiv des Generalgouverneurs des Kongo (4,5 km)
  • Die Personalakten der ehemaligen Kolonien (1,4 km)

Diese Auflistung beinhaltet sowohl die Archive (Akten) als auch Karteikartensysteme und andere Zugriffsysteme.

Warum wird das „Afrika-Archiv“ an das Staatsarchiv überführt?

Einerseits findet die Abgabe statt, weil der FÖD Auswärtige Angelegenheiten gesetzlich dazu verpflichtet ist, alle Archive, die älter als 50 Jahre sind, an das Staatsarchiv abzugeben (Archivgesetz vom 24. Juni 1955, abgeändert durch das Gesetz vom 6. Mai 2009; Königliche Erlasse vom 18. August 2010). Andererseits ist der FÖD Auswärtige Angelegenheiten der Meinung, dass man sich in diesen Zeiten der Sparsamkeit auf die Aktivitäten beschränken sollte, die sich am meisten auf die Hauptaufgaben des Ministeriums beziehen und den größten Mehrwert liefern.

Wohin kommt das „Afrika-Archiv“?

Das Archivgut wird beim FÖD auswärtige Angelegenheiten verpackt und innerhalb von sechs Monaten zum Generalstaatsarchiv 2 – Depot Joseph Cuvelier (GSA 2) gebracht,  wo es andere „afrikanische Archive“ (beispielsweise Archive von Société Générale, Union Minière du Haut-Katanga und Sibeka)  ergänzt.

Die Fachkenntnis des Staatsarchivs in Bezug auf „afrikanische Archive“ hat sich in den vergangen Jahren stark erweitert, unter anderem dank der Vorbereitung eines Archivführers über Archive aus der belgischen Kolonialzeit. Dieses Findmittel wird in Zusammenarbeit mit dem Königlichen Museum für Zentralafrika erstellt und erscheint im Frühling 2015. Das Ziel der Veröffentlichung liegt natürlich darin, den Nachforschern die Arbeit zu erleichtern. Bereits 2012 veröffentlichte das Staatsarchiv einen Leitfaden zu Kolonialarchiven, der kostenlos über den Webshop des Staatsarchivs heruntergeladen werden kann.

Was ändert sich für die Nachforscher?

Der Umzug der Archivalien wird insgesamt drei Jahre in Anspruch nehmen (2015-2018), was aber nur geringe Beeinträchtigungen in Bezug auf die Einsichtnahme mit sich zieht. Die einzelnen Teilarchive werden, nachdem sie für den Umzug verpackt worden sind, höchstens zwei Wochen nicht einsehbar sein.

Bessere Aufbewahrungsbedingungen und Dienstleistungen

Durch die Unterzeichnung des „Memorandums“ verpflichtet sich das Staatsarchiv formell dazu, eine kontinuierliche Dienstleistungserbringung zu gewährleisten. Aber das Staatsarchiv setzt noch einen drauf: wir möchten in der Tat unsere Dienstleistungen noch weiter verbessern, sowohl für den FÖD Auswärtige Angelegenheiten, Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit als auch für diverse andere Zielgruppen und Nachforscher.

Die Zugänglichkeit der Archive wird auch dadurch verbessert, dass die bestehenden Findmittel digitalisiert, online veröffentlicht, überarbeitet und in detailliertere Inventare gemäß der internationalen Norm ISAD(G) umgeschrieben werden.

Können Archivdokumente frei eingesehen werden?

Da die Dokumente über 50 Jahre alt sind, können alle frei eingesehen werden, mit Ausnahme von:

  • Personenbezogene Akten (siehe Gesetz vom 8. Dezember 1992 über den Schutz des Privatlebens hinsichtlich der Verarbeitung personenbezogener Daten).
  • Verschlusssachen. Das Staatsarchiv verpflichtet sich dazu, vor der Herausgabe von Akten zwecks Einsichtnahme diese auf das Vorhandensein von Verschlusssachen zu überprüfen. Für Verschlusssachen muss gemäß dem Gesetz vom 11. Dezember 1998 über die Klassifizierung und die Sicherheitsermächtigungen, -bescheinigungen und -stellungnahmen via die einschlägigen Kommunikationskanäle eine Freigabe der Dokumente bei der Staatssicherheit (für Dokumente der belgischen zivilen Nachrichtendienste) beziehungsweise beim Allgemeinen Nachrichten- und Sicherheitsdienst (für Dokumente der belgischen militärischen Nachrichtendienste) beantragt.

Werden auch diplomatische Archive an das Staatsarchiv überführt?

Zunächst beschränkt sich die Übergabe auf die so-genannten „Afrika-Archive“. Zu einem späteren Zeitpunkt werden dann auch die diplomatischen Archive und die Archive der belgischen Entwicklungszusammenarbeit an das Staatsarchiv abgegeben. Zuvor muss dieses Archivgut allerdings noch weiter erschlossen werden.

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