Belgisches Staatsarchiv

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Landesarchiv gibt Archivalien an Belgien zurück

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25/04/2013 - Akquisitionen - Staatsarchiv in Eupen - Staatsarchiv in Lüttich

Das Landesarchiv Nordrhein Westfalen hat in einem offiziellen Akt am 16. April 2013 in der Landesvertretung von NRW in Brüssel entfremdete Akten an die belgische Archivverwaltung zurückgegeben.

In den Beständen der Abteilung Rheinland des Landesarchivs NRW lagerten noch über 250 Akten, die eigentlich nach Belgien gehören. Es handelt sich um Unterlagen, die teilweise aus dem Herzogtum Limburg stammen, zum größten Teil aber bei den ehemaligen preußischen Landkreisen Eupen und Malmedy entstanden sind. Manche dieser Akten sind über 300 Jahre alt; die meisten datieren jedoch aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Der Weg der Akten ins Landesarchiv NRW ist nicht mehr in allen Fällen eindeutig zu klären. Fest steht, dass im Zuge der Besetzung Belgiens im Zweiten Weltkrieg zahlreiche Unterlagen über die annektierten Gebiete von deutschen Archivaren aus der Überlieferung der belgischen Archive herausgerissen und nach Düsseldorf überführt wurden. Von dort sollten die Akten gegen Kriegsende per Schiff über den Mittellandkanal in vermeintlich sicheres Gebiet ausgelagert werden. Das Schiff wurde jedoch im Hafen von Hannover von Bomben betroffen und sank; die wertvolle archivische Fracht wurde erst nach einem halben Jahr geborgen und befand sich in einem desolaten Zustand. Die Akten waren „durch und durch nass“, teilweise verschimmelt, einige völlig verbrannt, einige zumindest angekohlt; Seiten der Akten waren miteinander verklebt und einige Stücke durch Stauchungen oder Risse beschädigt.

Die Restaurierung der sogenannten Düsseldorfer Kahnakten zog sich über Jahrzehnte hin und dauert auch heute noch an. Es handelt sich um das umfangreichste Projekt zur Rettung kriegsbeschädigten Archivgutes in der Bundesrepublik Deutschland. Erst nachdem die Akten wieder lesbar gemacht worden waren, konnten sie den ursprünglichen Beständen zugeordnet werden. So dauerte es letztlich auch lange, bis die ehemals belgischen Bestände identifiziert werden konnten.

Wenn das Landesarchiv NRW jetzt die belgischen Akten an ihren archivischen Herkunfts- und Bestimmungort zurückgibt, so ist dies ein Stück späte Wiedergutmachung.

Alle Akten wurden in der Werkstatt des Landesarchivs umfassend restauriert. Hierbei kam ein neues im Landesarchiv im Jahr 2012 weiter entwickeltes Mengenverfahren der Papierstabilisierung zur Anwendung. Die Verblockungen wurden gelöst, die Akten gereinigt, fragile Blätter mit einem hauchdünnen Japanpapier (3-4 g/m²) stabilisiert und mit flüssigem Papierbrei ergänzt. Anschließend wurden die Unterlagen nach archivischen Grundsätzen inhaltlich erschlossen. Die Ergebnisse dieser Erschließung sind in einem Findbuch dokumentiert.

Der größte Teil der Akten ist bestimmt für die Staatsarchive in Lüttich und Eupen. Dort sollen sie weiter erschlossen und wieder in ihre Bestände eingeordnet werden, damit sie künftig der Geschichtsforschung zur Verfügung  gestellt werden können.

 

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