26. März 2009 - Persönliche Ausländerakten der Fremdenpolizei
Am Donnerstag, dem 26. März hat das Generalstaatsarchiv (GSA) ein Symposion zum Thema ‘persönliche Ausländerakten der Fremdenpolizei’ organisiert.
Die Vormittagssitzung wurde rund um die Wichtigkeit dieser Akten für die Erinnerungspflicht (Deportationen von Juden, Zigeunern, usw.), die wissenschaftliche Forschung (Geschichte der Migrationen und der Migranten) und genealogische Nachforschung gehalten.
Das Generalstaatsarchiv bewahrt zur Zeit in Brüssel über zwei Millionen persönliche Ausländerakten auf, die sich über 5.025 laufende Kilometer erstrecken.
Diese Akten wurden für jeden Migranten individuell ab 1839 angelegt, als der Dienst für die Öffentliche Sicherheit mit der Kontrolle aller auf dem belgischen Staatsgebiet befindlichen Ausländer beauftragt wurde. Die Dokumente beziehen sich auf unterschiedliche Gemeinschaften von Einwandern (Italiener, Spanier, Griechen, Marokkaner, Türken, usw.).
Während der Nachmittagssitzung wurde sich mit folgender schwierigen aber grundlegenden Frage befasst: „Sollen diese persönlichen Akten der Fremdenpolizei aus der Zeit nach 1950 in ihrer Gesamtheit zerstört, bewertet oder bewahrt werden?”.
Vier Millionen Akten (20 laufende Kilometer) werden noch in den Räumlichkeiten des Ausländeramtes aufbewahrt. Diese Akten würden bei einer Aufnahme in das Generalstaatsarchiv 25% des dort vorhandenen Bestandes an Archiven der neuesten Zeit darstellen.
Das Generalstaatsarchiv befürwortet die Aufnahme all dieser Akten in seine Magazine. Folglich stellt sich allerdings die unvermeidliche Frage der Kosten für diese Aufbewahrung (Bau neuer Infrastrukturen, Anwerbung von zusätzlichem Personal für die Verarbeitung der Informationen, usw.).
Die Akten des Symposions vom 26. März werden im Juni veröffentlicht.
Parallel zum Symposion und zur Ausstellung wird zudem der Leitfaden‘Persönliche Ausländerakten des Dienstes für die Öffentliche Sicherheit (Fremdenpolizei) (1835-1943)’ herausgegeben. Dieses 17-seitige Dokument (Als PDF-Dokument kostenlos in Niederländisch, Französisch und Englisch erhältlich oder zum Preis von 2 € im Shop des Generalstaatsarchivs) soll professionellen Forschern als auch Laien wichtige Informationen liefern, mit denen sie ihre Arbeit erfolgreich ausführen können. Folgende Themen werden angesprochen: geschichtlicher Rahmen; Anlegen, Aufbewahren und Informationswert der Akten. Des Weiteren finden sich Angaben zu Nachforschungsmethoden und ergänzenden Quellen. Eine deutsche Fassung des Leitfadens wird demnächst verfügbar sein.
Im Rahmen des Symposions wurde des Weiteren die Ausstellung‘Grenzfälle: Die Ausländerverwaltung in Belgien (1832-1952)‘ eröffnet, die bis zum 19. September 2009 in der Eingangshalle des Generalstaatsarchivs (rue Ruysbroeck 2 in 1000 Brüssel) zu sehen ist.
Fotos des Symposions und der Eröffnung der Ausstellung können hier angeschaut werden.
Letzte Aktualisierung ( Monday, 30 March 2009 )
Notariatsgesetz von 1999: Symposion für eine erste Bilanz
Das neue Gesetz über das Notariat wurde vor 10 Jahren ausgefertigt. Dieses Gesetz brachte grundlegende Veränderungen in der Arbeitsweise des Notariats und der Archivdienste mit sich. Zu den wichtigsten Entwicklungen zählt die Verpflichtung, alle notariellen Urschriften und Repertorien, die älter als 75 Jahre sind, an das Staatsarchiv zu übergeben.
Anlässlich des Symposions wird eine erste Bilanz und Beurteilung des Gesetzes erarbeitet. Zudem wird das Gesetz im internationalen Kontext situiert werden. Wie ist das Gesetz zu Stande gekommen, wie wurde es angewandt, wie steht es um die materielle Bewahrung von Akten, die Digitalisierung, usw.?
Das Symposion ‚Notariat und Archive’ findet am Dienstag, dem 5. Mai 2009 von 9:00 bis 17:00 Uhr in der Königlichen Bibliothek in Brüssel statt.
Créer, administrer, réformer – Kolloquium über die öffentl. Institutionen im Hennegau & Tournaisis
Am 17. und 18. Oktober 2008 findet in Tournai und in Mons ein Kolloquium unter dem Titel "Créer, administrer, réformer. Regards croisés sur dix siècles d'histoire des institutions publiques en Hainaut et Tournaisis" (Schaffen, verwalten und reformieren. Eine Übersicht über zehn Jahrhunderte öffentlicher Einrichtungen im Hennegau und Tournaisis) statt, das vom Staatsarchiv, Hannonia und dem CRHiDI in zusammenarbeit mit dem FNRS organisiert wird. Das vollständige Programm finden Sie hier.
Letzte Aktualisierung ( Friday, 22 October 2010 )
3. bis 6. November 2008 - „Quand les canons se taisent“
Zu Anlass des neunzigsten Jahrestags des Endes des Ersten Weltkrieges organisieren das Königliche Museum der Armee und das Generalstaatsarchiv Belgiens ein Kolloquium über die letzten Kriegsmonate und die unmittelbare Nachkriegszeit (1918-1925). Eminente Historiker aus Belgien und dem Ausland präsentieren den aktuellen Stand der Forschung und Nachforschung. Die jeweiligen Beiträge beziehen sich auf drei Themenbereiche: Schlussoffensive und Diplomatie, materieller und moralischer Wiederaufbau, und die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg Mehr lesen...
Eine Simultanübersetzung ins Englische ist vorgesehen.